Spielerhafen - Seemannsausdrücke

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Was ein Seemann wissen sollte


Allgemeines

Aahhrrgg = Seemannsausdruck, kann vielfältig eingesetzt werden
abbacken = Abräumen der Back (Tisch)
achteraus = alles, was hinter dem Heck liegt
Achterleine = Festmachleine am Schiffsheck, nach hinten zeigend.
achtern = hinter dem Schiff, ab mittschifs
Achterspring = Festmachleine am Schiffsheck, vom Heck aus schräg nach vorne gerichtet, um ein abtreiben zu verhindern.
Ammeral = Segeltuchpütz (Eimer aus Segeltuch)
Anker = Gerät zur vorrübergehenden oder dauernden Befestigung von Booten, schiffen oder schwimmenden Geräten am Grund.
aufbacken = Auftragen von Essen auf die Back (Tisch)
Backbord = links (Fahrtrichtung)
Backen und Banken = Auftragen von Speisen, Einnahme von Mahlzeiten und die Reinigung des Eßgeschirrs an Bord.
Blanker Hans = Sturmflut
Heuer = Seemannslöhnung
Fahrbojen = geben die richtige Richtung an (ähnlich einer vorgeschriebenen Fahrtrichtung)
Kurs = Richtung, in die das Schiff fahren soll, wird in Längen- und Breitengraden angegeben
Ladefähigkeit = währe, größte Nutzlast
Leuchtturm = Ein erhöhtes röhrenförmiges Gebäude an der Küste oder unweit von Häfen stehend. Es sendet eine charakteristisches Leuchtsignal aus. Erster bekannter Leuchtturm war der auf der Insel Pharos stehende, von den Ägyptern zur Zeit der Ptolemäer-Herrschaft errichtet. Zählte zu den sieben antiken Weldwundern.
Seemannsgarn = erfundene Geschichten von Seeleuten
Seelenverkäufer = Schiff in sehr schlechtem technischen Zustand
Shantie = Seemannlied, meist englischer Herkunft
Siebenschwänzige Katze = Peitsche mit sieben Lederriemen
Signalbojen = Warnen vor etwas
Skorbut = schwere Mangelerkrankung, Vitaminmangel
Steuerbord = rechts (Fahrtrichtung)
Untiefe = Eine bis kurz unter den Wasserspiegel ragende natürliche Erhöhung, z. B. ein Fels, Sandbank etc., aber z. B. kein Unterwasser-Wrack!
Wahrschau = Vorsicht, Achtung, Gefahr
Winsch = Winde zum anheben der Rahe, des Segels etc.

Nautische Begriffe

1 Faden (Tiefenmaß) = 1 engl. Fathom = 1,883 m
1 Seemeile = 1 internat. Nautische Meile = 1,852 km
1 Kabellänge = 185 m
1 Knoten 1,852 km/Std.

abfallen = Kursänderung eines Schiffes weg von der Windrichtung
abflauen = Nachlassen des Windes
Lee = Windabgewandte Seite eines Schiffes
Luv = dem Wind zugewandte Seite eines Schiffes

w. B. = westliche Breite
w. L. = westliche Länge
ö. B. = östliche Breite
ö. L. = östliche Länge


Schiffstonnage

1 long ton = 1,01605 t
1 Registertonne (RT) = 2,83168 Kubikmeter = 100 square feet (nur bei Handelsschiffen angewendet)
1 short ton = 0,90718 t

Tragfähigkeit = wahre, größte Tragfähigkeit (deathweigh). Setzt sich aus Ladefähigkeit + normalem Bunkervorrat zusammen
Wasserverdrängung = Gewicht des gesamten Schiffs, voll beladen

Das Schiff

Achterdeck = Halbdeck, bzw. erhöhte Plattform über dem Schiffsende
achtern = hinten, hinter dem Schiff
Back(deck) = Halbdeck, bzw. erhöhte Plattform über dem Schiffsvorderteil (forecastle)
Brücke = Zentrale eines Schiffes, kann offen oder geschlosssen sein
Bug = Vorderstes Teil des Schiffsrumpfs (Klipperbug, Eisbrecherbug usw.)
Heck = Hinterster Teil des Schiffsrumpfs
Deck = Ebene eines Schiffes (Etage entsprechend an Land), ein Schiff kann mehrere Decks haben
Kajüte = Raum auf einem Schiff, z. B. Wohnraum
Kombüse = Arbeitsstelle eines Smutje
Ladeluke = Öffnung im Schiffsdeck zwecks Beladung eines Schiffes
mittschiffs = auf Höhe des mittleren Schiffsrumpfes
Pupp = hinterer Schiffsteil
Reeling = ein das Schiff umlaufendes Gitter, das ein Überbordgehen verhindern soll
Schiffstypen = Frachtschiffe, Containerschiffe, Tankschiffe, Spezialtankschiffe, Passagierschiffe, Passagierfrachter, Fährschiffe, Kühlschiffe, Fruchtschiffe (für Südfrüchte z. B.), Kühlschiffe, Hochsee-Bagger, Segelschiffe, Kümos = Küsten-Motorschiffe, Küstentankschiffe, Walfang-Mutterschiffe, Erz- und/oder Kohleschiffe, Ro/Ro-Schiffe (roll on/roll off), Fischdampfer, bulk carrier, Feuerlöschschiffe, Ölauffangschiffe usw. Boote = kleiner als Schiffe, wie z. B.: Rettungsboote, Ruderboote, Motorboote, Segelboote, Rennboote, Feuerlöschboote etc.


Die Takelage

Vollschiffe sind Rahsegler, d. h. sie besitzen an allen Masten Quersegel. Daneben besitzen sie ein Gaffelsegel, den Besan, und an den Stagen können Schratsegel (Segel, die i. d. Längsachse des Schiffes stehend gesetzt werden) angebracht sein.

Brassen = Teil des laufenden Guts. Sie bewegen die Rahen in horizontaler Ebene.
Bugspriet = Im Schiffsvorderteil angebrachtes, meist nach vorne geschrägtes Rundholz. Es hat eine wichtige Stützfunktion für die gesamte Takelage inne, denn die Spieren sind untereinander und mit dem Rumpf durch ein System aus starken Tauen verbunden.
Bulinen = Teil des laufenden Guts. Mit ihnen können die Segel luvwärtig nach vorn gestrafft werden.
Fallen = Teil des laufenden Guts. Die Rahen können mit ihnen vertikal auf und nieder bewegt werden.
Fußpferde = An den Rahen befestigte Taue, auf denen die Seeleute zum Segelbedienen stehen können. Es gilt nicht als Teil des laufenden Guts!
Hahnepooten = Netz- oder fächerförmige dünne Leinen, die das Scheuern der Segel an de marskanten verhindern sollen. Sie verlaufen von den Vorderkanten der Marse hin zum Stag. Teil des stehenden Guts.
Laufendes Gut = Jenes Tauwerk, das beweglich ist und der Bedienung der Takelage dient.
Marsen = Arbeitsplattformen an Masten Mast = Besteht meist aus drei verschiedenen Rundhölzern: dem Untermast, der daran befestigte und ihn verlängernde Marsstenge und eine weitere Verlängerung, der Bramstenge. Jeder dieser Mastsegmente trägt eine Rahe zur Befestigung der Quersegel. Vollschife haben von vorne nach hinten folgende Maste: Bugspriet, dann die Hauptmaste Fockmast, Großmast und Kreuzmast.
Pardunen = Sie geben den Stengen zu den Seiten hin Halt, indem sie diese an der Bordwand abstützen. Teil des stehenden Guts.
Püttingwanten = Verlaufen von den Wanten zu den Rändern der Marsen. Über sie gelangen die Matrosen zu den Marsplattformen. Teil des stehenden Guts.
Rah = Querstangen der Masten, woran die einzelnen Segel befestigt werden.
Schoten = Teil des laufenden Guts. Dienen zur Bedienung der Segel an ihren unteren Ecken.
Segel = Sie werden in Quer- oder Rahsegel und in Längs- oder Schratsegel eingeteilt. Auf Vollschiffen bilden Rahsegel den Hauptteil der Segelfläche.
Stage = Stützen Masten und Stengen in der Längsrichtung, sowohl nach vorne als auch nach hinten. Es gibt die Fockstag, Großstag und Kreuzstag. Teil des stehenden Guts. Stehendes Gut = Unbewegliches Tauwerk, wie Wanten und Stage. Es stützt die Maste. Die Wanten dienen auch zum auf- und abentern (be- und absteigen) der Masten.
Wasserstag = Stützt das Bugspriet nach unten hin gegen das Galion (Galionsfigur) ab.

Die Segel

Hier werden nur die Segel eines Vollschiffes beschrieben, andere Segelschiffe könne auch eine andere Takelagung, bzw. Segelausstattung haben! Die Segel werden hier von unten nach oben genannt und vom Schiffsvorderteil aus nach hinten:

= Bugspriet
- Blinde
- Klüver

= Fockmast
- Focksegel
- Vormarssegel
- Vorbramsegel

= Großmast
- Großsegel
- Großmarssegel
- Großbramsegel

= Kreuzmast
- Besansegel/Stagsegel
- Kreuzmarssegel

Besatzung eines Schiffes

Smutje = Koch eines Schiffs
Schiffsjunge = Matrosenanwärter
Leichtmatrose = Stufe über dem Schiffsjungen
Halbmatrose = Stufe über dem Leichtmatrosen
Vollmatrose = Stufe über dem Halbmatrosen
Maat = über dem Vollmatrosen stehend
Bootsmann = über dem Maat stehend
Steuermann = Befähigt zum steuern eines Schiffes (Steuermanns-Patent)
IWO = 1. Wachoffizier usw.
LI = Leitender Ingenieur
Kapitän = Kommandant eines Schiffes, für Besatzung, Schiff und Ladung Verantwortlicher (Kapitäns-Patent, gibt es in unterschiedlicher Ausarbeitung für Kleine und Große Fahrt)

Hafenausdrücke

Pier = Anlegestelle am Kai
Kai = befestigte Anlegestelle in einem Hafen
Löschen = Entladung eines Schiffes
Hafenmeister = Für einen Hafen und dessen Verwaltung zuständige Person

Windrichtungen

N = Nord
NNO = Nord-Nordost
NO = Nordost
O = Ost
SSO = Süd-Südost
SO = Südost
S = Süd
SSW = Süd-Südwest
SW = Südwest
W = West
NNW = Nord-Nordwest
NW = Nordwest

Seemannslieder/Shanties

Winde wehn, Schiffe gehn
<Finnisches Seemannslied>
Winde wehn, Schiffe gehn weit in fremde Land; und des Matrosen allerliebster Schatz bleibt weinend stehn am Strand.
Wein doch nicht, lieb Gesicht, wisch die Tränen ab! Und denk an mich und an die schöne Zeit, bis ich dich wieder hab.
Silber und Gold, Kisten voll bring ich dann mit mir. Ich bring Seiden und Sammet-, Sammetzeug, und alles schenk ich dir.

Wir lieben die Stürme
<Aus der Jugendbewegung>
Wir lieben die Stürme, die brausenden Wogen, der eiskalten Winde rauhes Gesicht Wir sind schon der Meere so viele gezogen und dennoch sank unsre Fahne nicht - Hei-jo, hei-jo, hei-jo...hei-jo-ho!
Unser Schiff gleitet stolz durch die schäumenden Wellen, jetzt strafft der Wind unsre Segel mit Macht. Seht ihr hoch droben die Fahne sich wenden, die blutrote Fahne, ihr Seeleut habt acht. Hei-jo...
Wir treiben die Beute mit fleigenden segeln, wir jagen sie weit auf das endlose Meer. Wir stürzen auf Deck und wir kämpfen wie Löwen, hei, unser der Sieg, viel Feinde, viel Ehr! Hei-jo...
Ja, wir sind Piraten und fahren zu Meere, wir fürchten nicht Tod und den Teufel dazu. Wir spotten der Feinde und aller Gefahren, im Grunde der Meere erst finden wir Ruh. Hei-jo...

What shall we do
<englisches Seemannslied>
What shall we do with a drunken sailor, what shall we do with a drunken sailor what shall we do with a drunken sailor early in the morning? Hurray, and up she rises, hurray, and up she rises, hurray, and up she rises early in the morning!
What shall we do with a drunken sailor, what shall we do with a drunken sailor what shall we do with a drunken sailor early in the morning? Take him and shake him and try to awake him! Hurray, and up she rises, hurray, and up she rises, hurray, and up she rises early in the moning.
What shall we do with a drunken sailor, what shall we do with a drunken sailor what shall we do with a drunken sailor early in the morning? Put out the plug and wet him all over! Hurray, and up she rises, hurray, and up she rises, hurray and up she rises early in the morning.
What shall we do with a drunken sailor, what shall we do with a drunken sailor what shall we do with a drunken sailor early in the morning? That's what to do with a drunken sailor! Hurray, and up she rises, hurray, and up she rises, hurray and up she rises early in the morning.

Kolumbus
<Volkstümlich nach einer Melodie aus Hessen>
Ein Mann der sich Kolumbus nannt: Wide wide witt, bum bum! War in der Schiffahrt wohl bekannt. Wide wide witt, bum bum! Es drückten ihn die Sorgen schwer, er suchte neues Land im Meer. Gloria, Viktoria, wide wide witt, bum bum!
Als er den Morgenkaffee trank, wide wide witt, bum bum, da rief er fröhlich: "Gott sei Dank!" Wide wide witt, bum bum! Denn schnell kam mit dem ersten Tram der span'sche König zu ihm an. Gloria, Viktoria, wide wide witt, bum bum!
"Kolumbus", sprach er, "lieber Mann", wide wide witt, bum bum!, du hast schon manche Tat getan! Wide wide witt, bum bum! Eins fehlt noch unsrer Gloria: entdecke mir Amerika! Wide wide witt, bum bum!
Gesagt, getan, ein mann, ein Wort, wide wide witt, bum bum! Am selben Tag fuhr er noch fort, wide wide witt, bum bum! Und eines Morgens schrie er: "Land! Wie deucht mir alles so bekannt! Gloria, Viktoria, wide wide witt, bum bum!
Das Volk an Land stand stumm und zag! Wide wide witt, bum bum! Da sagt Kolumbus: "Guten Tag! Wide wide witt, bum bum! ist hier vielleicht Amerika?" Da schrien alle Wilden: "Ja!" Gloria, Viktoria, wide wide witt, bum bum!
Die Wilden waren sehr erschreckt, wide wide witt, bum bum! und schrien all': "Wir sind entdeckt!" Wide wide witt, bum bum! Der Häuptling rief ihn an: "Lieber Mann, bist du Kolumbus dann!" Gloria, Viktoria, wide wide witt, bum bum!

Alle Lieder aus:
Aichele, Binkowski, Schulze, Otto Friedich: Unser Liederbuch. Schuljahr 5 - 9. Ausgabe mit Musikgeschichte, Kunstliedern und Musikkunde. 1. Aufl. Ernst Klett Verlag, Stuttgart 1973